Mariana Jung, M.A.
2003–2008 Studium der Kunstgeschichte und Ägyptologie an der Universität Leipzig;
2008 Magisterarbeit über „Die Ägyptenexpedition Karl Richard Lepsius 1842–45. Ein Beitrag zur Herausbildung des Ägyptenbildes im 19. Jahrhundert“; 2007–2009 Tutorin im Institut für Kunstgeschichte der Universität Leipzig im Bereich Fachgeschichte und Methoden, wissenschaftliches Arbeiten; 2009 Werkvertrag Exzellenzclusters TOPOI;
seit Januar 2010 Dissertation; 2010–2011 wissenschaftliche Mitarbeiterin am
Ägyptologischen Institut der Universität Leipzig (DDGLC-Projekt)
Dissertationsvorhaben: „Ägyptische Museen in Europa im 19. Jahrhundert“
Die Ägyptenbegeisterung oder „Ägyptomanie“ ist ein unvergleichbares Phänomen in der europäischen Kunst. Eine imaginäre Vorstellung von Ägypten entwickelte sich bereits in der Antike und die intensive Auseinandersetzung mit den damals bekannten Aegyptiaca begünstigte in der Renaissance und dem Barock die Entstehung zahlreicher Traktate und Publikationen.
Im 18. und 19. Jahrhundert wurde Ägypten schließlich zur Inspirationsquelle für zahlreiche Künstler, Schriftsteller und Architekten. In den 1820er Jahren begann dann verstärkt die große Zeit der ägyptologischen Forschungen und Reisen. Jean-François Champollion, Karl Richard Lepsius u.a. begründeten die Ägyptologie und formten sie im Laufe des 19. Jahrhunderts in ganz Europa zu einer angesehenen Wissenschaft. Gleichzeitig beeinflussten sie durch zahlreichen Publikationen auch bedeutende Museums- und Sammlungsgründungen.
In Paris eröffnete bereits am 15. Mai 1826 eine Ägyptische Abteilung im Musée Charles X,
dem heutigen Louvre, unter der Leitung von Champollion. In Berlin wurde das Ägyptische Museum als Teil des Neuen Museums 1850 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Auch in anderen europäischen Städten wurden in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts eigenständige Ägyptische Sammlungen gegründet. Das wachsende wissenschaftliche Bedürfnis dieser Zeit bestimmte die Bildprogramme und die Präsentationen in den Ausstellungsräumen und Publikationen und trug dadurch entscheidend zur Charakterisierung des Ägyptenbildes im 19. Jahrhundert bei.
Das Dissertationsvorhaben befasst sich mit den unterschiedlichen Darstellungskonzepten und –modi Ägyptens innerhalb Europas. Dabei liegt der Fokus zum einen auf der Präsentation von Aegyptiaca in musealen Kontexten, als auch auf den wissenschaftlichen Publikationen der großen Ägyptenexpeditionen, die diese Raumkonzepte maßgeblich prägten.
Publikationen:
Die Zeichnungen der Lepsius-Expedition und ihre Umsetzung in Lithografien und Gemälden am Beispiel der Insel Philae. In: Hafemann, Ingelore (Hg.): Preußen in Ägypten – Ägypten in Preußen. Berlin 2010 (Kaleidogramme, 59), S. 207–238.
Kontakt: mariana.jung(at)gmx.de
Hilfsfunktionen
Kontakt:
TU BerlinFakultät I
Sekretariat A 56
Straße des 17. Juni 150/152
10623 Berlin
Tel.: 314 - 222 33
Fax: 314 - 238 44

